Gewichtbad - (04)
Wirkmechanismus:
Das Schwerebad ist ein auf Unterwasser-Zug basierendes Verfahren. Die Methode wurde von dem ungarischen Arzt Károly Moll entwickelt. Bei der Behandlung in angenehm warmem Heilwasser entspannt sich die Muskulatur und das Bandapparat neben der Wirbelsäule durch die Zugkraft, wodurch es geeignet ist zur Behandlung von Wirbelsäulengelenkabnutzung, kleineren Bandscheibenvorfällen und Bandscheibenprotrusionen sowie zum Strecken der Hüft- oder Kniegelenke mit Bewegungseinschränkung. Mit biomechanischen Untersuchungen wurde auch berechnet, wie viel Zugkraft auf verschiedene Abschnitte der Wirbelsäule und die großen Gelenke der unteren Extremitäten wirkt, was den Heilungsprozess unterstützt.
Verlauf der Behandlung:
Die Schwerebadbehandlung wird in Thermalwasser mit indifferentem Temperaturbereich in einem speziell angefertigten Becken durchgeführt. An der Aufhängestelle berührt der Fuß des Patienten den Boden nicht, um freischwebend ohne Abstützung zu sein.
Dauer:
Die Behandlung dauert mit sukzessiv zunehmender Dauer maximal 15 Minuten.
Die Aufhängung kann am Nacken oder unter den Achseln durchgeführt werden. Bei Achselstütze kann das Gewicht allmählich erhöht werden, welches durch an Gürtel über der Taille oder den Knöcheln aufgehängte Gewichte erreicht werden kann (pro Gliedmaße von 1,5-9 kg). Das Gewicht muss immer unter dem zu streckenden Bereich aufgehängt werden. Beim Nacken-Zug reicht normalerweise das um den Auftriebskraft reduzierte Eigengewicht des Patienten aus, jedoch können auch unter kontrollierten Bedingungen Gewichte zur Verstärkung der Wirkung verwendet werden.
Indikationen:
Verschiedene Stadien von Bandscheibenerkrankungen, frühes Stadium der Spondylitis Ankylosans (Morbus Bechterew), Kontraktur der unteren Extremitäten
Kontraindikationen:
- Herz- und Kreislauferkrankungen: Innerhalb von sechs Monaten nach einem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, auf medikamentöse Therapie nicht reagierende Hypertonie
- Venenentzündung
- Schilddrüsenüberfunktion
- Epilepsie, Multiple Sklerose
- Entzündungsphase einer Bewegungsstörungserkrankung
- Inkontinenz (teilweise oder vollständige Kontrolle über Stuhl- oder Harnfunktion gestört)
- Blutungsneigung, Einnahme von Blutverdünnern, Menstruation
- Nach Tumorerkrankungen 5 Jahre, jedoch auch danach individuelle Abwägung
- Infektionskrankheiten
- Offene Wunden, Verletzungen, infektiöse Hautkrankheiten
- Fieber
- Schwangerschaft
- Wirbelgleiten
- Zustand nach Bandscheibenoperation
- Schwere Osteoporose
- Tumor im Wirbelkörper
- Wirbelkörperentzündung
- Glaukom.