Unterwasser-Gruppengymnastik - (08)
Wirkmechanismus:
Wassergymnastik bedeutet Bewegung im Wasser. Sie ist sehr beliebt und eine äußerst effektive Behandlungsmethode.
Der Vorteil des Wassers als Medium ist, dass man sich in alle Richtungen frei bewegen kann. Man benötigt keine Schwimmkenntnisse. Gleichzeitig ist es wichtig, angemessene Sicherheit zu gewährleisten. Da alle Übungen, Bewegungselemente im Wasser stattfinden, können die physischen Effekte, die die Bewegung erleichtern (aufgrund der Auftriebskraft) oder erschweren (bei Übungen, die gegen den Wasserwiderstand durchgeführt werden), in diesem Medium ausgenutzt werden.
Der spezifische Wirkmechanismus des Wassers gestaltet sich wie folgt:
- Die Wassertemperatur (34+/- 2 Grad) wirkt muskelentspannend.
- Dank der Auftriebskraft werden beim Eintauchen ins Wasser die Muskeln von ihrer Stützfunktion befreit, was zu Entspannung führt. Dies kann sogar die Durchführung von Bewegungen und Positionen erleichtern, die an Land nicht mehr möglich sind. Während der Gymnastik verringert die Auftriebskraft das Gewicht des im Wasser bewegten Körpers, wodurch die Bewegung die Gelenke nicht belastet.
- Der hydrostatische Druck beeinflusst die Stoffwechselprozesse, wodurch der venöse Kreislauf und die Ausscheidungsfunktion verbessert werden.
- Wasser als Medium stellt einen Widerstand dar, sodass es auch zur Muskelstärkung verwendet werden kann. Der Widerstand bedeutet eine Krafteinwirkung bei der Bewegung im Wasser, die die allgemeine Kondition und die Belastungstoleranz verbessert.
Das Wasser umgibt den eingetauchten Körper von allen Seiten, sodass es eine angemessene Unterstützung für den Patienten bietet, der sich schwer bewegen kann, und ein sicheres Umfeld schafft.
Die Bewegung im Wasser wirkt auf verschiedene Teile des Bewegungsapparates sowie auf das Kreislauf-, Atmungs- und Nervensystem.
Der Anwendungsbereich bzw. die Art der Übungen ist sehr vielfältig, und sie werden zur Erhöhung des Bewegungsumfangs, zur Muskelstärkung, zur Steigerung von Kraft und Ausdauer, zur Verbesserung der Koordination, zur Steigerung der Durchblutung und zur Verbesserung der allgemeinen Kondition eingesetzt. Sie können eine nützliche Ergänzung zur Gymnastik an Land sein.
Ablauf der Behandlung:
Die Wassergymnastik findet unter der Leitung von Physiotherapeuten mit einer höheren Berufsausbildung in angenehm temperiertem Wasser statt.
Dauer:
25 Minuten.
Indikationen:
- Obere Extremität: Zur Erhöhung des Bewegungsumfangs bei Verletzungen, Frakturen, postoperativen Zuständen oder akuten/chronischen, verschleißbedingten, mit eingeschränkter Bewegung einhergehenden Krankheiten, die Schulter, Ellbogen und Handgelenk betreffen.
- Wirbelsäule, untere Extremität: Verschleißbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule und/oder der Gelenke der unteren Extremität (Hüfte, Knie, Knöchel) oder als Teil der Rehabilitation nach orthopädischen, neurochirurgischen oder unfallchirurgischen Operationen in diesen Bereichen.
Kontraindikationen:
- - Herz- und Kreislauferkrankungen: Innerhalb von einem halben Jahr nach einem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, auf medikamentöse Therapie nicht ansprechender Bluthochdruck
- Venenentzündung,
- Schilddrüsenüberfunktion
- Epilepsie, Multiple Sklerose
- Entzündungsphase von Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Inkontinenz (partielle oder vollständige Störung der Stuhl- oder Harnkontrolle)
- Blutungsneigung, Einnahme von Blutverdünnern, Menstruation
- Bis 5 Jahre nach einer Krebserkrankung, jedoch auch danach aufgrund individueller Beurteilung
- Infektionskrankheiten
- Offene Wunden, Verletzungen, infektiöse Hautkrankheiten
- Fieberzustand
- Schwangerschaft